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Kinderhorte des Postillion e.V.

Die Horte sind Kindertageseinrichtungen für Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse. Sie gehören nicht in das Schulsystem, sondern sie sind Teil der Kinder- und Jugendhilfe. Kernzeitbetreuungen decken Randzeiten ab und sind bis maximal 14.00 Uhr geöffnet.

Bildung und Erziehung im Hort
Für die Bildung und Entwicklungsförderung der Schulkinder ist es wichtig, eine anregungsreiche Lernumgebung bereitzustellen, damit sie vielfältige Erfahrungen mit sich und der Welt sammeln können. Dies ist im Hort zeitlich nur begrenzt möglich, da außerhalb der Schulferien lediglich eine kurze Zeit für den Freizeitbereich zur Verfügung steht, in der solche Prozesse initiiert werden können. In den Ferien können dadurch, dass der ganze Tag zur Verfügung steht, diese Prozesse sehr viel stärker in den Mittelpunkt rücken.

Die kindliche Entwicklung im Grundschulalter ist durch Lernbegierde (im Sinne eines 'Selbstständig-Werdens' und 'Eigenständig-Agieren-Könnens') und der eigenen Identitätsbildung geprägt. Dies geschieht durch die Bedeutungszunahme der Umwelt (Lehrer, Hortmitarbeiter, Medien, Technik, etc.) in Abgrenzung zu den Eltern, die ab diesem Entwicklungszeitpunkt nicht mehr als 'allwissend' und 'unfehlbar' wahrgenommen werden.

Die Beziehungen der Kinder untereinander sind ein wesentlicher Bestandteil für die Entwicklung sozialer Fertigkeiten und der Bildung des Sozialverhaltens, da eine Auseinandersetzung auf 'Augenhöhe' in einem offenen Raum stattfindet (im Gegensatz zum geschlossenen System Familie). Diese Entwicklungsphase zeichnet sich auch durch eine stark an der Moral orientierte Betrachtungsweise aus. Gleichheit und Gerechtigkeit sind extrem wichtig und werden von den Kindern sowohl von Erwachsenen, als auch von Gleichaltrigen eingefordert. Dabei geht die Entwicklung von der Haltung 'Auge um Auge, Zahn um Zahn' hin zu der Erkenntnis, dass Menschen unterschiedliche Persönlichkeiten und Fähigkeiten haben, die im Umgang berücksichtigt werden müssen. Bei diesem Entwicklungsschritt nehmen Freundschaften eine große Bedeutung ein - "für fehlende Freunde (zum Spielen) sind die Eltern kein Ersatz mehr."4 Ebenso gewinnen Sprache und Kognition an Bedeutung. So werden die sprachlichen Ausdruckfähigkeiten präzisiert, um Missverständnisse zu vermeiden. Behauptungen und Aussagen müssen von Erwachsenen und Gleichaltrigen begründet und erklärt werden, damit sie akzeptiert werden. Gleichermaßen gilt, dass Aushandeln, Regeln aufstellen, Freundschaften pflegen, etc. die kognitive Entwicklung der Kinder fördert.

Die kindliche Entwicklung im Grundschulalter ist demnach gekennzeichnet durch eine immer größer werdende Wahrnehmung des Anderen und der Umwelt. Kinder lösen sich in dieser Phase aus der Position, alles aus sich heraus zu betrachten. Sie lernen, sich in Andere hinein zu versetzen und deren Anliegen und Eigenarten zu berücksichtigen. Im Spannungsfeld zwischen der eigenen Perspektive und der von Anderen findet Identitätsbildung statt.

Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Berufstätigkeit (Betreuung)
Betreuung ist wahrscheinlich die Kategorie, die am einfachsten umgesetzt werden kann. Hier geht es zunächst darum, gesicherte, verlässliche Betreuungsangebote zu schaffen, sodass Eltern berufstätig sein können und ihre Kinder dennoch gut aufgehoben sind. Wir brauchen eine verlässliche Zuwendung von Erwachsenen und die Bereitschaft Erwachsener, sich auf Kinder im Rahmen von Beziehung und wechselseitiger Anerkennung einzulassen. Hierunter ist zu subsumieren, dass im Hort die Hausaufgaben angefertigt werden, ein Mittagessen angeboten wird und Kinder einen Ausgleich zu den schulischen Anforderungen erhalten. Die Schule in Baden-Württemberg ist nach wie vor darauf ausgelegt, dass Eltern sehr stark mitagieren müssen, vor allem wenn es darum geht, Hausaufgaben zu kontrollieren oder auch bei der Anfertigung der Hausaufgaben zu unterstützen. Dies können Horteltern natürlich nicht in dieser Form wahrnehmen. Hier ist jedoch wichtig, dass die Aufgabenteilung zwischen Eltern und Hort genau besprochen wird und Eltern grundsätzlich ein Interesse dafür zeigen, was ihre Kinder an der Schule tun. Es ist nicht sinnvoll (und auch nicht möglich), diesen Bereich komplett an die Hortmitarbeiter/innen abzugeben.

Der fachliche Austausch ist wichtig
Der Postillion e.V. ist Mitglied im Verband Kindertagesstätten der Schweiz. KiTaS ist ein Fachverband, der trägerübergreifend Einrichtungen und Mitarbeiter/innen vernetzt, Einrichtungen berät, Qualitätskriterien gemeinsam erarbeitet. Der Postillion e.V. ist die einzige deutsche Mitgliedseinrichtung.
Alle Horte (nicht jedoch die Kernzeitbetreuungen) verfügen über eine Betriebserlaubnis des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales. Hier werden Mindeststandards von staatlicher Seite vorgeschrieben.